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24. Juni 2026

Spanien hat mir nicht gutgetan - Ich will zurück!

Mit dem Erwachsenwerden kommen immer mehr die Verpflichtungen, und der Stresspegel steigt. Was macht man in so einem Moment und wie geht man damit eigentlich um? Kurzentschlossen zum Handy greifen, die Nummer des Bruders wählen und auf „Anrufen“ drücken. Was als kleiner, flüchtiger Gedanke in meinem Kopf begann, nahm rasch an Bedeutung zu. Plötzlich war es gefühlt in Fettschrift auf meine Stirn tätowiert: Ich will einen Angeltrip nach Spanien machen! Und einmal in den Kopf gesetzt, kam ich von den Gedanken an dicke Black Bass, kapitale Zander und wilde Karpfen einfach nicht mehr los. Zum Glück saß am anderen Ende der Telefonleitung jemand, der mindestens genauso angelverrückt war wie ich. Es war nicht nur der erste geplante Urlaub, seitdem ich von zu Hause ausgezogen bin, sondern auch der erste Trip mit meinem Bruder (Teo), bei dem wir komplett auf uns allein gestellt waren. Aber mal ganz ehrlich: Das Einzige, warum wir uns die Köpfe einschlagen würden, ist, wenn der andere den größeren Fisch fängt. Dieser Neid ist nicht nur gesund – er ist die Quintessenz den Trip komplett eskalieren zu lassen und immer Vollgas zu geben, noch ein Wurf zu machen, doch noch die nächste Bucht abzuchecken. Er weckt den Hunger in uns beiden.

Die Vorbereitung: Zwischen YouTube-Hype und bürokratischem Wahnsinn

Wie ging es weiter, nachdem die Idee quasi schon Gesetz war? Nun, während mein Bruder sich auf YouTube „inspirieren“ ließ und voller Vorfreude Angelvideos aus Spanien konsumierte, setzte ich mich auf meinen Hintern und kümmerte mich um die Logistik und den ganzen Papierkram. Zwischen all dem Organisatorischen stand die große Frage: Wo, wie, womit und was? Ich habe wie ein Besessener alle verfügbaren Quellen durchforstet – jeder kennt diesen Zustand, wenn man länger als eine Woche nicht am Wasser war. Ich suchte nach dem noch so kleinsten Hinweis, wo ich mit welchen Fischen in welchen Größen rechnen konnte. Hier eine markierte Stelle auf Google Maps, da ein Herzchen – schnell sah die spanische Karte aus, als wäre sie von Emojis überrollt worden. Doch zwischen all den Ideen mussten wir einen kühlen Kopf bewahren. Wir konnten schließlich nicht ganz Spanien beangeln. Also fragte ich ChatGPT: „Was ist die beste Region Europas, um dicke Bass und verdammt viele Zander zu fangen?“ Die Antwort: Extremadura! Da schoss es mir wieder in den Kopf: Das YPC-Finale 2021 fand doch dort statt! Der Gedanke hatte nicht einmal Zeit, sich richtig zu sortieren, da war ich schon mitten in den alten Videos drin. Und nein, nicht um zu entspannen, sondern um wie ein Geier jede noch so kleine Ecke zu analysieren und den Spot zu knacken. Ich war komplett besessen davon, Informationen herauszufinden. Die Spot-Maschine kam langsam so richtig ins Rollen, bis mir die nächste essentielle Erinnerung kam: Ich hatte doch damals bei einem Gewinnspiel von einem deutschen Guide in der Extremadura mitgemacht! Sekunden später war ich auf dem Profil von „Angeln Extremadura“ und tippte sofort eine Nachricht in die DMs. Es dauerte nicht lange, da bimmelte mein Handy. Dank ihm wussten wir grob, was uns an den großen Seen erwarten würde. Zudem besorgte er uns die Angelkarten. Endlich hatten wir eine feste Region, um die wir uns bewegen konnten.

Der Roadtrip beginnt: Abflug mit Plan B

Der Flug wurde gebucht – aber nicht nach Spanien. Es ging nach Portugal, genauer gesagt nach Lissabon. Warum? Der Weg von dort in die Extremadura ist genau so weit wie von Madrid aus, aber auf der Route lagen noch ein, zwei andere hochinteressante Gewässer. Ganz einfach. Ende März ging es in den Flieger. Unser Timing war perfekt: Wir sollten genau zu der Zeit ankommen, in der die dicken Bass mit dem Laichen durch waren und das große Fressen begann. Am Flughafen in Lissabon wartete unser Mietwagen, der uns sicher zu jedem noch so abgelegenen Spot bringen sollte. Wir setzten uns ins Auto, ballerten direkt rüber nach Spanien und kamen nach gut vier Stunden Fahrt an unserem ersten Halt an: ein relativ kleiner Stausee mit rund 300 Hektar Fläche. Was macht man, wenn man nach einer langen Anreise mit Bahn, Flug und Auto um 17 Uhr am Wasser ankommt? Natürlich ein Schläfchen. Von wegen! Es dauerte keine fünf Minuten, da standen wir am Ufer. Und genau so, wie man sich Spanien und seine Fischdichte vorstellt, dauerte es keine zehn Minuten, bis ich den ersten 40-plus Bass in den Händen hielt. Dieser erste Abend brachte nicht nur Fisch, sondern ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit. Weg von den Sorgen, weg vom Alltagsstress. Und ich bin ehrlich: In einem Land, das absolut anglerfreundlich ist, in einer Region, in der sich die Leute im Supermarkt alle untereinander kennen und grüßen und so gut wie niemand Englisch spricht – genau da weißt du, dass es einfach nur gut werden kann.

Die Riesen der Extremadura: Garcia de Sola & Orellana

Am nächsten Morgen starteten wir nicht mit Frühstück, sondern direkt mit den ersten Würfen. Erst als der erste Angeldurst gestillt war, besorgten wir uns etwas zu essen. Damit ließen wir den ersten See hinter uns und es war Zeit für die Großen – die wilden, gigantischen Stauseen der Extremadura, wegen derer jeder Angler in diese Region reist: Orellana, García de Sola, Embalse de la Serena. An diesem Tag machten wir richtig Strecke, erkundeten potenzielle Spots und stoppten schließlich am García de Sola. Ein See, der vielseitiger kaum sein könnte: Zwischen steilen Bergregionen und flachen Gefilden bietet er grandiose Strukturen. Die letzten zwei Stunden des Abends verbrachten wir in einem Bereich, der in den Bergen lag. Hier gab es Tonnen von Totholz im Wasser – ein Traum für jeden Bass und auch Bassangler. Doch an diesem Abend blieb es bei zickigen Riesen direkt vor unseren Füßen, die absolut keinen Bock auf unsere Köder hatten. Am nächsten Morgen war das Feuer in uns erst recht entfacht. Wir versuchten es weiter östlich, wo das Land flacher und die Vegetation spärlicher wurde. Hier ein heißer Tipp für die Extremadura: Krebse! Die Seen sind voll von ihnen. Für uns hieß das: Weg mit den Softjerks, her mit den Craws am Carolina- und Free-Rig! Und Leute, was soll ich sagen? Es hat so richtig geknallt! An diesem Tag wurden mehrere 40-plus Bass gelandet. Die Kirsche auf der Sahnetorte setzte mein Bruder mit einem 54 cm Ausnahmbass, den er direkt vor den Füßen auf Sicht fing. Ein Fisch, der den gesamten Trip jetzt schon entlohnte. Es lief so gut, dass wir irgendwann genug von den Bass hatten und den nächsten Zielfisch ins Visier nahmen: Zander. Welcher See eignet sich dafür am besten? Richtig, der Orellana. Also ab hin da! Während mein Bruder fuhr, suchte ich auf Google Maps nach steilen Kanten, denn Zander lieben Strukturen und schnell abfallendes Ufer. Wir parkten das Auto an einem traumhaften Spot, nutzten die letzten drei Stunden Tageslicht und erklimmten den steilen Hang. Was folgte, war ein weiteres Sinnbild für diesen unglaublichen Fischbestand: Denn es kam Biss auf Biss, Zander auf Zander! Und zwischen dem ganzen Angelrausch mussten wir ja auch mal essen – also gab es an diesem Abend Zander satt. Auch die nächsten zwei Tage ernährten wir uns quasi nur davon. Es gab Zander zum Frühstück und Zander zum Abendbrot (mittags haben wir gefastet).

Der Karpfen-Rausch: Wenn das Wasser kocht

Mit vollen Bäuchen verließen wir den Frequenzspot und machten uns auf ins Ungewisse. Auf unserem Zettel stand ein kleiner, unscheinbarer See. Wir hatten absolut keine Informationen über das Gewässer und fuhren komplett auf gut Glück dorthin. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Denn was wir noch nicht wussten, wahr, dass wir wohl die besten Angeltage unseres bisherigen Lebens erleben werden. Ein Fangrausch, wie man ihn sich nicht einmal erträumen kann. Schon als wir mit dem Auto über den Hügel fuhren und das Wasser näher kam, bemerkten wir überall ein heftiges Platschen. Aus der Ferne konnten wir es noch nicht identifizieren, doch je näher wir kamen, desto klarer wurde es: Es waren Tausende, wahrscheinlich 100.000 Karpfen, die den gesamten See zum Kochen brachten! Es war genau die Zeit des Jahres, in der die Fische völlig eskalierten – die Phase mitten in der Laichzeit, während die ersten Fische schon fertig waren und wieder mit dem Fressen begonnen. Glaubt mir, so schnell hatte ich meine Rute noch nie montiert. Ich hielt es so simpel wie möglich: Fluorocarbon an die Hauptschnur, ein einzelner Haken und vier Maiskörner darauf. Angeln auf freier Leine, puristischer geht es nicht. Wir mussten nichtmal fünf Meter gehen, denn die Fische standen überall. Es war unmöglich am Fisch vorbei zu angeln. Also legte ich das Maiskorn einfach zwei Meter vor meine Füße zwischen die Karpfen. Kaum war das geschehen, sah einer der Karpfen das gelbe Leuchten, schwamm darauf zu und saugte es ein – BÄM! In nicht einmal acht Stunden fingen wir über 60 Karpfen auf freie Leine. Das absolute Highlight: Zwischen den Hunderten von Schuppenkarpfen verbergen sich wahre Diamanten. Die sogenannten Carpa Royal – Spiegelkarpfen, wie man sie schöner nicht hätte zeichnen können. Fische, für die andere Angler an teure Paylakes fahren. In den folgenden zwei Tagen konnten wir sechs dieser wunderschönen Zeilen- und Fully-ScaleKarpfen fangen. Es ist eine völlig absurde Vorstellung: Du versuchst irgendwann gar nicht mehr, einfach irgendeinen Fisch zu fangen. Stattdessen stalkst du zwischen den ganzen Schuppis gezielt den einen Spiegelkarpfen, der genau nach deinen Vorstellungen aussieht. Was meint ihr, wie dir die Pumpe geht, wenn so ein Traumfisch vor deinem Maiskorn frisst, es zweimal vorsichtig einsaugt, wieder ausspuckt und dann doch komplett nimmt? Das sind Momente, in denen man sich so lebendig fühlt wie noch nie. Selbst jetzt beim Schreiben bekomme ich wieder Gänsehaut, weil es einfach so unfassbar schön war. Nur um das kurz festzuhalten: Es waren dort so viele Karpfen, dass wir sie aus Spaß mit der Hand gefangen haben.

Fazit: Geh raus und mach es!

Doch leider muss man meistens gehen, wenn es am schönsten ist. Die Heimreise stand an. Die wunderschöne Zeit dort war wie mit einem Lichtschalter ausgeknipst und vorbei. Was blieb, waren die Erinnerungen – Erinnerungen, an die ich fast jeden Tag zurückdenke. Und ehrlich gesagt: Die Reise hat mich kaputtgemacht. Weil ich zurück muss. Ich will das Ganze noch mal erleben, ich brauche es einfach! In diesem Sinne: Überlegt nicht zu lang, sondern macht es einfach. Wir Menschen neigen dazu, uns nur in der Komfortzone aufzuhalten, wo wir alles kennen. Wir wagen es viel zu selten, neue Dinge auszuprobieren, und kommen einfach nicht aus unserer Haut. Aber unsere Zeit hier ist begrenzt. Deswegen: Macht den Trip, von dem ihr schon immer geträumt habt. Und wenn ihr bis jetzt noch nicht wusstet, wohin die Reise gehen soll, dann habe ich einen verdammt heißen Tipp für euch: Spanien, in der wunderschönen Extremadura.

Lieber Felix,

vielen herzlichen Dank für deinen großartigen Gastbeitrag! Ich freue mich sehr darüber, schätze deine Zeit und Mühe und wünsche dir von Herzen alles Gute und viel Erfolg für deine Zukunft.

Ihr findet Felix & Teo unteranderem auf Instagram und Youtube! https://www.instagram.com/hookedbyfelix/ https://www.instagram.com/teo101099/ https://www.youtube.com/@HookedByFelix

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Telefon: +4917680710787

E-mail: info@angeln-extremadura.de

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